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  • Über Gelassenheit
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Ataraxia oder die Gelassenheit


Dem Ausdauernden öffnen sich viele Felder menschlichen Lebens, auf denen er seine Haltung fruchtbar werden lassen kann.
Es liegt nahe, durchzudrehen in einer Welt, die ständig komplizierter wird, und dies in einem immer rascher werdenden Tempo.

Während in früheren Epochen ganze Generationen ihr Leben mit den immer gleichen Gebrauchsgegenständen bestritten, haben Eltern heute Mühe, die elektronischen Gerätschaften ihres Nachwuchses auch nur zu verstehen, geschweige denn zu bedienen.

Man kann sich nun verweigern, kann einen archaischen Lebenswandel führen, ohne notebook und handy...
Gelassenheit ist der einzige Ausweg aus ansonsten zwingend folgender Depression. Einem komplizierten Computer mit ataraxie zu begegnen, jener unerschütterlichen Seelenruhe des Demokrit, heißt im Grunde, ihn zu besiegen.

Dem Gelassenen eröffnen sich viele Felder menschlichen Lebens, auf denen er seine Haltung fruchtbar werden lassen kann. Was muß man alles wissen? Je mehr Information, je mehr Wissen es gibt, desto kleiner wird der gemeinsame Nenner mit den nächsten Zeitgenossen.

Die Einsicht von Sokrates: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ war nie so aktuelle wie heute. Warum sich verrückt machen Lassen? Was bringt es den Opfern des Unrechts, wenn andere sich in Betroffenheit aalen wie in einem lauwarmen Bad und sich dabei wie gute Menschen fühlen? Wut und Betroffenheit verschleiern den Blick für die wirklichen Wurzeln des Übels. Es geht nicht darum, sich selbst gut zu fühlen, sondern etwas zu ändern. Zu vernünftigem Handeln ist aber nur der in der Lage, der innerliche Distanz schaffen kann.

Gelassenheit bedeutet nicht, fatalistisch die Hände in den Schoß zu legen. Gelassenheit ist die Balance zwischen nutzloser Aufgeregtheit und dumpfer Gleichgültigkeit. Der Gelassene nimmt Anteil, aber in einer vernünftigen Weise.

Ataraxie bedeutet, sich nicht mitreißen zu lassen von Strudel der Zeit, bedeutet, zu ändern, was zu ändern ist. Und dabei klar zu bleiben, vernünftig zu bleiben, nicht auszurasten und nicht blind seine Energien zu verschleudern über das, was eben nicht zu ändern ist.

©cg